Gentest: Ja oder Nein?

Die Wahrscheinlichkeit ist relativ groß, dass ich meinen Parkinson geerbt habe. Der Parkinson-Staffelstab wurde laut Familiengedächtnis über drei Generationen an mich weitergereicht.


Nun hat mein Neurologe mir nahe gelegt, ich solle mir Gedanken darüber machen, ob ich wissen will, ob er ererbt ist oder nicht. Dafür müsste ich einen Gentest machen. Mir selbst würde es nichts bringen, aber für die nachrückende Generation wäre es eventuell ganz interessant.

Tja - un nu? 

Es gibt eine Menge Argumente, die für und wider diesen Test sprechen. Wie soll ich das jetzt bloß abwägen?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wir hätten mehr Gewissheit und könnten uns als Familie darauf einstellen, uns rechtzeitig absichern und vorausplanen. Dagegen spricht, dass diese Erkrankung das ganze Leben lang wie ein Damoklesschwert über den Familienmitgliedern schweben würde und wir wüssten nie ob, oder wann, oder wen es treffen wird.

Ich muss gestehen, dass mich dieser Test reizt. Nicht wegen des Ergebnisses, sondern rein aus Neugierde wie so ein Test abläuft. Deshalb habe ich wahrscheinlich bis vor kurzem gedacht, ich mache den Test und überlasse es den Kindern, ob sie das Ergebnis wissen wollen oder nicht. Wie in einem Thriller: Die Testergebnisse sind im Tresor einer Schweizer Bank verschlossen und wer den Jacobsweg läuft kriegt den Schlüssel.

Cut! So ein Blödsinn! 

Diese Strategie hieße nämlich, dass ich das Problem einfach auf die nächste Generation abwälzen würde. Nein, das ist keine Lösung.

Mir bleibt jetzt nichts, als weiter darüber grübeln und bald zusammen mit der Familie eine Entscheidung treffen.

Fortsetzung folgt.

Kommentare

  1. Anonym4.8.15

    Ein paar Gedanken zu Deinem Eintrag.

    Das Damoklesschwert wird so oder so über Deine Nachfahren hängen!
    Denn so wie ich es ein schätze, werden die Kinder sich Gedanken hinsichtlich eurer Historie machen.
    Nur könnte es meiner Meinung nach wichtig sein, dass sie wissen woran sie sind.

    Die Medizin wird Fortschritte machen und eventuell bei einer späteren Therapie kann es wichtig sein, welchen Hintergrund dann Herr "P" in Deiner Familie hat.

    Nun bin ich auf die Entscheidung gespannt.

    "B"

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  2. Hallo "B",
    das sind interessante Argumente. Dumm sind meine Kinder ja nicht und mit der Großen habe ich schon darüber gesprochen. Aber braucht es dafür wirklich einen Gentest? Es ist ja so schon offensichtlich, dass es höchstwahrscheinlich erblich ist. Das könnte doch als Information schon ausreichen.
    LG
    loralee

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    1. Anonym4.8.15

      Hej loralee

      Das kann man so oder so sehen.
      Meiner Meinung steigert diese letztendliche Ungewissheit die Größe des Damoklesschwertes und bei einer ärztlichen Beobachtung im Rahmen der Früherkennung ist es meiner Meinung schon für den Arzt nicht uninteressant, ob es sich um eine genetische Form handelt.

      LG

      "B"

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