Wenn der Geruchssinn sich verflüchtigt


Jetzt hat es meine Nase erwischt. 

Grundsätzlich gilt als erstes sicheres Anzeichen von Morbus Parkinson, dass sich der Geruchssinn verabschiedet. Meiner war noch da, als vor einem Jahr die Diagnose gestellt wurde. Damit ist es jetzt plötzlich vorbei.



Mir wurde erst bewusst, dass irgedetwas mit meiner Nase nicht stimmte, als ich gestern einen Workshop mit 25 Jugendlichen in einem kleinen fensterlosen Raum abhielt und meine Kollegin sich anschließend wunderte, wie ich es bloß bei der schlechten Luft ( inklusive der entsprechenden Gerüche), in dem Raum ausgehalten habe. Ja, das ist der Vorteil, wenn der Geruchssinn nicht funktioniert. Ade, ihr unangenehmen Gerüche, auf nimmerwiedersehen.

Die Kehrseite ist allerdings, dass mir jetzt auch die schönen Düfte verwehrt bleiben. Deshalb werde ich mich hier gebührend von meinen  fünf liebsten Düften verabschieden:

Der Duft von frisch gebackenem Brot
Der Duft von Blumen
Der Duft von Sommerregen auf Asphalt
Der Duft von Büchern
Der Duft von Schnee

Es war schön mit euch! 

 Es ist aber nicht so, dass ich gar nichts mehr riechen kann. Ein konstanter bitterer Geruch begleitet mich neuerdings durch den Tag. Es ist ein seltsames Gefühl, manchmal auch penetrant und störend. Gewöhnungsbedürftig. Und ich frage mich, ob dieser Geruch am Ende auch komplett verschwinden wird.

Oder, ... es gibt noch eine Möglichkeit, die ich heute erfahren habe: Die Dosis meiner Medikamente wurde vor kurzem erhöht. Eine mögliche Nebenwirkung ist, dass sich der Geruchssinn kurzfristig verabschiedet, aber auch wiederkommen kann. Das wird es sein! Ich liebe den Austausch mit Parki-Freunden bei Pizza und Alk-freiem Bier und freue mich jetzt schon auf die mögliche Wiederkehr der schönen Düfte.



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