Tanz mit Parkinson: Wir drehen eine Übungs-DVD



Am vergangenen Wochenende durfte ich an einem hammermäßigen Projekt teilnehmen, das ich so schnell nicht vergessen werde. Es mag im ersten Moment recht banal klingen: Es ging um den Dreh einer Übungs-DVD zu Tanz und Parkinson.



Aber
...es ist die erste DVD zu Tanz und Parkinson im deutschsprachigen Raum. Wir haben es also mit einem historischen Moment zu tun.

 Und
... wart ihr schon mal in einem ausgewachsenen Filmstudio (CINEGATE - Studio Hamburg) mit dazugehöriger Technik, Scheinwerfern, weißer Hohlkehle (musste ich auch erst ergoogeln), einem rund zehnköpfigen, äußerst professionellen Filmteam inklusive Regisseur, Kameraleuten, Praktikanten, Klappenträgern, und einer Künstlergarderobe mit Maske und allem Schischi?

Foto: projekt:tanz


Mir blieb der Mund eine Weile offen stehen, als ich das riesige Studio sah. Damit hatte ich nicht gerechnet, als Lena vor einigen Wochen fragte, ob ich Lust hätte bei dem Projekt mitzumachen. Ich gebe zu, mir schlotterten ein bisschen die Knie.

Lena Klein von projekt:tanz meint es also sehr ernst mit ihrem Vorhaben, eine Übungs-DVD zu Tanz und Parkinson zu produzieren. Wenn das Ergebnis mindestens so professionell und warmherzig wird, wie die Dreharbeiten vermuten lassen, könnt ihr euch auf etwas ganz besonderes freuen!

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Soi und Sahra entwickelte Lena Übungen, Choreografien und Improvisationen, die für Menschen mit Parkinson geeignet sind. Sie probierte die Übungen mit ihrem Tanzkurs der jung an Parkinson Erkrankten aus (also uns) und lud uns ein, sie bei den Dreharbeiten für die DVD zu unterstützen.

Ich hatte nie damit gerechnet, dass Dreharbeiten so anstrengend sein können. In die Maske, warten, drehen - jede Übung bis zu vier mal wiederholen, warten, in die Maske und alles nochmal von vorn.
 Besonders schwierig war für mich das gleissende Licht der Scheinwerfer auszuhalten, das von dem weißen Boden reflektierte. Der Boden ging nahtlos in die weiße Wand über (Hohlkehle). Ich musste mich ganz schön konzentrieren, in diesem "grenzenlosen Raum" die Orientierung nicht zu verlieren. Das schlaucht.

Lena und ihr Team hatten aber vorgesorgt und ein Wahnsinns-Catering vorbereitet, Leute engagiert, die sich nur um das Wohl der Parkis kümmerten und darauf achteten, dass wir genug tranken und aßen, pausierten und rechtzeitig wieder am Set waren. Wir müssen dem armen Regisseur Harun Hazar wie ein unzähmbarer Sack Flöhe vorgekommen sein. Insbesondere am ersten Tag, an dem wir es ruckzuck schafften, den Zeitplan durcheinander zu bringen. Als wir uns aber alle an die Abläufe gewöhnt hatten, liefen die Dreharbeiten reibungslos.

Foto: projekt:tanz

Zu guter Letzt
...der wichtigste Grund, warum dieses Wochenende so besonders war:
Es entwickelte sich im Laufe der beiden Tage eine unbeschreiblich positive Energie im Studio und wir liefen alle zu Höchstform auf. Wir haben an einem Punkt die Rollen mit dem Filmteam getauscht und hatten einen Riesenspaß dabei, auf der anderen Seite zu stehen und Kamera und Regie zu führen. Ich hoffe, die tolle Stimmung überträgt sich ausreichend auf die DVD, denn es entstand ein magischer Moment zwischen uns Parkis, Lena und ihrem Team und der Filmcrew. Der magische Moment, wenn etwas Neues und Schönes entsteht. Diesen Moment habe ich fest in mein Herz geschlossen und lasse ihn nicht mehr los.


Markiert jetzt schon den Januar 2017 in euren Kalendern! Dann erscheint die DVD "Tanz und Bewegung für Menschen mit Parkinson". Bestellen könnt ihr sie direkt bei projekt:tanz.



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