Wandern wie im Auenland

April 27, 2015 0 Comments



Am Sonntag war ich mit einer Gruppe lieber Freunde in Schleswig-Holstein wandern. Genauer gesagt, im wunderschönen Hellbachtal bei Gudow. Es ist bereits das dritte Mal, dass ich hier laufe. Dieses Tal hat es mir einfach angetan. Natur pur, Graureiher, Spechte, Spuren von Wildschweinen. Ich genieße hier die Stille und komme so auch zur Ruhe. Die parkinsonbedingte Anspannung lässt deutlich nach. Ich liebe die unberührte Auenlandschaft- das komplette Gegenteil zum quirligen Großstadtleben. Jeden Moment könnte ein Hobbit um die Ecke kommen und mich zum Tee einladen.

Dieses Mal allerdings, waren wir eine sehr bunte und vor allem laute Gruppe. Die Stille des Tals war futsch, keine Hobbits in Sicht. Natürlich haben wir uns verlaufen, sind querfeldein durch den Wald und mussten einen Weg über das Flüsschen finden (kann der Baumstamm, der über dem Bach liegt, uns tragen oder kann er es nicht?). Ich habe die Tour genossen. Einfach raus aus dem Alltag, bewegen und quatschen. Die ansteckende Fröhlichkeit meiner Freunde war einfach großartig!

Me and Mr P

April 15, 2015 0 Comments

Foto:pixabay
So! *Palimmpalimm*,

dies ist mein erster Post. Premiere, sozusagen. Ich bin ganz aufgeregt. Und mein linkes Bein zittert sofort mit. Man ist das anstrengend, rappelzappel...

Warum ich das hier mache? Als ich Anfang 2015 die Diagnose erhielt, ich hätte Parkinson, schwang ich mich als erstes an den Computer, googelte Morbus Parkinson (MP), und fand eine Menge medizinischer Seiten, Seiten von Selbsthilfegruppen und Verbänden und Artikel über Wundermittel, die Heilkraft von Bulgarischem Joghurt, Stammzellen-OPs, Hirnstimulanzen. Ich war total überfordert und äußerst verwirrt. Wie trenne ich da jetzt die Spreu vom Weizen? Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe, die sich zu arbeitnehmerfreundlichen Zeiten trifft? Glücklicherweise fand ich die Jung und Parkinson Plattform für Menschen, die, naja, jung sind und Parkinson haben. Und die sind super nett und erreichbar.

So, wie war die Fage noch? --- Ach ja, warum das Ganze: Für mich ist der Blog eine Art Tagebuch, wo ich alles sammeln kann, was ich für mein Leben mit Parkinson herausfinde. Und für euch ist es hoffentlich die Info, das Parkinson nicht schrecklich, horrormäßig ist und man sich gleich nach der Diagnose begraben kann - oder am besten vorher. Mit Parkinson kann man leben, ganz lange und nicht unbedingt schlecht, wenn man sich damit auseinandersetzt und entsprechend handelt.
 

Die gute alte Statistik

Was ich inzwischen für meine Situation herausgefunden habe: In Deutschland leben schätzungsweise 350.000 Menschen mit Parkinson. Ich gehöre zu der geringfügigen Minderheit (Frauen) die MP haben. Außerdem gehöre ich höchstwahrscheinlich zu der kleinen Gruppe mit genetisch bedingtem Parkinson (obwohl man sich da in der Wissenschaft noch uneinig ist). Und nicht zuletzt bin ich eine der wenigen jung an Parkinson erkrankten Leute (0,1 - 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung).


Na herzlichen Glückwunsch, dass du ausgerechnet mich getroffen hast, Mr P!